Bayern droht der Energie-Engpass!

Nach Untersuchungen des Umwelt- und Energieministeriums Baden-Württemberg (DLR – IER Uni Stuttgart) und der LBD-Beratungsgesellschaft Berlin ist die Stromversorgung für Bayern und Süddeutschland ab 2017 nicht mehr gewährleistet.

Nach dem Abschalten des letzten bayerischen Kernkraftwerks besteht ab 2023 in Bayern eine große Deckungslücke von 6 GW der gesicherten Leis¬tung.

Wenn voraussichtlich in Norddeutschland keine ausreichende Kapazität vorhanden ist ergibt sich 2023 in Süddeutschland ein Gesamtfehlbetrag der gesicherten Stromversorgung von minus 19 GW.

Entwicklung

Bereits ab 2018/2019 gerät Süddeutschland erheblichen unter Druck.

Fluktuierender Wind- und Sonnenstrom liefert nur einen vernachlässigbaren Teil des gesicherten Stroms. Die Annahme, dass sich die gesicherten Wind- und Sonnenstromanteile substantiell steigern lassen, wenn man nur genug Anlagen errichtet, ist ungründet.

Ohne gesicherte Kapazität aus Norddeutschland erscheinen neue Stromtrassen nach und in Bayern fragwürdig. Das bestehende Übertragungsnetz ermöglicht bereits heute einen sicheren Transport von
12 GW von Nord- nach Süddeutschland.

Nach der Inbetriebnahme der Thüringer Strombrücke steht eine Übertragungskapazität von rund 5,4 GW zur Verfügung.
Vor dem Hintergrund des wachsenden Leistungsdefizits darf keine Zeit zum Bau von Spitzenlast- und Grundlastkraftwerken für eine gesicherte Eigenversorgung in Bayern verloren werden.

Die Ertüchtigung und Ergänzung der vorhandenen Netze (Drehstrom/Gleichstrom/HGÜ-Hybridnetze) in Verbindung mit neuen EU-Koppelstellen wird ausreichend sein.

Die Nutzung der Generatoren stillgelegter Kernkraftwerke zur Blindleistungserzeugung und Spannungshaltung (Einsatz als Phasenschieber) muss zur Ertüchtigung und Ergänzung der vorhandenen Netze bei der Netzoptimierung aufgenommen werden.

Notwendige Gaskraftwerke sollen möglichst an bisherigen Kernkraftwerken errichtet werden, wo die Infrastruktur mit Anlieferung, Netzanschlüssen und Kühlwasser bereits vorhanden ist.

Gesicherte Leistung

Nach den Zahlen der Bundesnetzagentur sind deutschland¬weit bis dato ~ 50 Kraftwerke zur Abschaltung angemeldet. Die Lage wird drama¬tisch.

Alleine mit der Zusammenschaltung vieler kleiner dezentraler Einheiten aus Windrädern, Solarzellen, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken zu virtuellen Kraftwerken kann Stromversorgung nicht annähernd gewährleistet werden.

Die Realisierung von Spitzenlast- und Grundlastkraftwerken benötigt ausreichend Zeit für Planung, Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme.
Für eine rechtzeitige Realisierung erscheint die verbleibende Zeit aber bereits als zu knapp.

Die Revision der vorgesehenen Abschaltzeitpunkte für die Kernkraftwerke sollte im Hinblick auf die Lebensfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts Bayern mit seinen Arbeitsplätzen und zur Sicherung der Eigenversorgung in Betracht gezogen werden.

Bei der Weiterführung der Energiewende müssen die Aufrechterhaltung von Systemstabilität und Versorgungssicherheit, die Erfüllung der Klimaziele sowie die Strompreisentwicklung und die Auswirkungen auf die Umwelt, die Bürger, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und der Arbeitsmarkt im Mittelpunkt stehen.

Für unser hochentwickeltes Land Bayern reicht diese Form der regenerativen Stromerzeugung trotz aller Effizienzmaßnahmen in keiner Weise aus, um Städte, Industrieprozesse und Rechenzentren sowie einen zunehmend elektrifizierten Verkehr sicher zu versorgen.

Die zunehmend unsichere Stromversorgung und die hohen Strompreise haben bereits jetzt negative Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit von Bayern.